Statement: Mein Kleingarten, meine (Un-)Ordnung

Achtung es wird länger, dafür ehrlich und auch bestimmt leicht motzig.

Vorgeschichte: Seit Herbst 2015 haben wir nun unseren hübschen kleinen Garten. Übernommen haben wir den Garten im Grunde picobello in Schuss, nur halt mit viel Firedhofcharme und ich mit wenig Ahnung was das Gärtnern betrifft. Ich hatte meine 10 Kübel im steinigen Hinterhof stehen und hab mich gefreut, wenn da tatsächlich was gewachsen ist. Inzwischen habe ich mir viel Wissen angelesen und auch die Erfahrung mit dem Boden und den verschiedenen Bäumen oder auch der Austausch mit anderen Kleingärtnern oder Gartenfreunden hat mir viel geholfen. Wir haben viel verändert im Garten. Viele Büsche oder zu hoch gewachsene Tannen wurden entfernt, die die Sicht auf den Garten genommen haben. Aus dem Holz wurde Feuerholz gemacht. Dafür habe ich einen Unterstand gebaut mit Holz was wir bereits da hatten. Ich hab die Rasenkantensteine entfernt, die mich beim Mähen gestört haben und sie als Wege zwischen den Beeten verwendet. Ich habe aus drei Paletten eine kleine Hütte für die Kinder gemacht. Ich habe gelernt, dass die Natur ein verdammt toller Kreislauf ist, den man nicht mit Glyphosat Produkten kaputt machen darf. Deswegen gibt es in meinem Garten viele Blumen, auch öfters mal Unkraut (auch einfach, weil ich teilweise immer noch nicht erkenne, ob das Pflänzchen nicht doch noch hübsch wird… 😉 ). Meine Kinder wissen, dass sie nur die Beeren essen dürfen, die ich ihnen gebe, weil ich bei allen anderen noch unsicher bin. Bei einigen Pflanzen hängen auch noch Schilder dran, bzw es hängen wieder Schilder an den Pflanzen, damit ich die Namen endlich mal lerne… Vor der Hütte stehen immer noch drei (kaputte) Stühle, die ich noch zu einer Bank verbauen möchte. Und die ausgeblühten Blumen schneide ich auch nicht sofort ab. Auch der Rasen ist nicht immer auf 5cm getrimmt (aus gutem Grund). Die geschredderten Äste landen auch gerne Mal auf den Beeten ringsum den Garten, wo mir auch noch ein paar bunte Stauden fehlen. Und ich habe sogar eine Ecke mit totem Holz und Laub dabei, damit da vielleicht ein Igel heimisch wird. Lange Rede, kurzer Sinn: Mein Kleingarten ist ein Naurgarten und für den spießigen Kleingärtner bestimmt super unordentlich.

Und damit kommen wir nun zum Grund meines Blogposts! Meine Gartennachbarin hat mich angesprochen, dass die Paletten, die hinter dem Grill lagern und am Zaunpfahl angelehnt sind, den Zaun in ihre Richtung drücken würden und dass das ja so nicht ginge.

Paletten
die umgekippten Paletten. Ja, keine schöne Lösung gewesen, aber jetzt – bis auf den Zaun- kein großes Ding… Dachte ich.

Und überhaupt, dass sie schon von Leuten aus dem Weg angesprochen worden sei, dass es bei mir ja so unordentlich sei, und was denn los wäre, und sie dann auch einfach mal gesagt hat, dass wir im Urlaub seien, und sie das ja auch nicht verstehen kann, weil das ja zu Beginn noch ganz anders gewesen sei, und letztens wären ja auch Ratten auf meinem Garten herumgesprungen und überhaupt. Aber halt nicht freundlich, sondern direkt pampig und auch so, wie das ätere Menschen ja auch gerne machen, ohne den andern zu Wort kommen zu lassen. Bei den Paletten gebe ich ihr gerne Recht, die habe ich nun alle flach auf den Boden gelegt. Ich hatte mich schon seit längerer Zeit gewundert, warum die immer zum Grill umgekippt sind… Nun habe ich die Antwort. Meine Nachbarin hat die einfach stumpf umgeworfen… kann man ja mal machen. Man muss ja nicht drüber reden -,- Aber bei den anderen Punkten bin ich dezent an die Decke gegangen, denn wenn ich etwas wirklich hasse, dann ist das ungerechtfertigte Kritik. Denn auch die hübsch aufgereihten Stühle auf der Vorderseite von der Hütte haben meiner Nachbarin oder den ominösen Leuten aus unserem Weg nicht gepasst… Aber egal, jetzt mal aufgedröselt:

  • Die Stühle ohne Lehne und Sitzpolster: cof werden in naher Zukunft zu einer wunderschönen bunten Bank. Ich habe die Stühle an unterschiedlichen Tagen von der Straße gerettet, einen sogar aus dem Sperrmüll vom Kleingarten mit der Erlaubnis von einem der Vorstände oder Helfer, dem ich sogar von meiner Idee erzählt habe und das toll fand.
  • Die Paletten: liegen nun flach auf den Boden –> Problem gelöst
  • Das olle Chemieklo: steht da bereits seit 3 Jahren, denn das war das erste was mit einer Trocken-Trenn-Kompostklo ersetzt wurde… Das soll auch bereits seit 3 Jahren zur Sperrmülldeponie, genau wie ein alter kaputter Rasenmäher (den sogar noch die Vorgängerin kaputt gemacht hat), aber das würde ich gerne mal mit dem Auto machen, wir sind aber meist mit dem Rad da. Stört mich auch, wird auch irgendwann erledigt. Beide Sachen stehen jetzt übrigens so, dass man es nicht direkt vom Weg aus sieht 😉

    Holzunterstand Upcycling
    Das war sogar noch recht am Anfang. Der Großteil ist bereits weggefahren worden.
  • Die Ratten: Unser Kleingartengebiet ist durchzogen von kleinen Bächen, wo natürlich auch Ratten leben. Natürlich machen die bei uns auf dem Rasen Party, wenn wir nicht da sind. Wenn wir da sind, habe ich bisher nur eine beim Lompost mal gesehen (nein, da kommen keine Fleischreste drauf oder angemachte Speisen etc.) Bei einer Freundin sind Ratten auch mal die Maisstangen hoch geklettert. Ihr Garten ist einige Wege weiter. Ich mag keine Ratten. Ich mag auch keine Spinnen. Giftige Pflanzen find ich auch doof. Schnecken… auch blöde. Aber die leben ja nunmal da. Es ist auch keine Plage. Aber besagte Nachbarin hat ja ihren Garten seit 1992 und noch nie eine Ratte hier gesehen… *rollingeyes*  Tjoa, was soll ich sagen: Ich schon.
  • Und sonst so? Keine Ahnung… wahrscheinlich die ausgeblühten Blumen, die ich nicht sofort wegschneide… oder das Unkraut in den Fugen, was nicht zu 100% weg gemacht wurde?

Meine Nachbarin hatte mich bereits vor einigen Wochen auf die Ratten hingewiesen und bereits da kam eine kleine Bemerkung, dass bei mir im Garten ja ganz schön viel los sei. Mich ärgert einfach, dass diesmal noch „angebliche“ Gartennachbarn was gesagt hätten. Wahrscheinlich waren das genau die Nachbarn, die bei der Gemeinschaftsarbeit letztens fehlten? Und wieso hat mich da niemand drauf angesprochen? Sogar jemand vom Vorstand war dabei und hat nichts gesagt. Jeder im Weg weiß ja, dass wir die mit dem Regenbogentor sind. Abgesehen davon, dass sie nie mit dabei ist… Auf meinen Satz, dass das ja in erster Linie mein Garten sei und ich auch entscheiden kann wie ich den führe, kam sie auch sofort mit dem Kleingartengesetz. Und nach dem Gesetz bin ich SAFE! Denn im Gegensatz zu ihr findet bei mir tatsächlich eine Drittelteilung statt und alles andere ist ebenfalls naturnahes Gärtnern. Ohne Chemie. Ich war tatsächlich auch in letzter Zeit nicht mehr so häufig da, weil ich es nicht musste. Es ist alles geerntet, es hat sogar mal zwischendurch wieder geregnet und ich konnte mich mal um andere Dinge kümmern wie Einschulung der Großen und Eingewöhnung beim Tagesvater vom Kleinen.

unser Garten vorher
unser Garten vorher: ohne Blumen etc.
Garten Plan Vorgarten
geiler Plan oder? Das Bunte unten sollen Blumen sein, Lila sind Weintrauben und Orange soll das Ranggitter darstellen
Sommer 2018; Vorgarten mit Blumenwiese
Blumen: Check, Weintrauben: müssen noch wachsen

 

 

 

 

 

 

Davor den kompletten Sommer war ich mindestens 4-5 Stunden jeden Tag im Garten und jetzt genieße ich, dass ich grad mal nichts machen muss, sondern mal andere Sachen machen kann. Ich mache den Garten alleine. Immer in Begleitung mit den Kindern. Und da wir vor dem Grundstück auch noch Rasen habe, mähe ich da auch – für den kompletten Weg. Auch für meine Nachbarin. Denn von vier Gärten mit Rasen davor, sind nur zwei belegt und meine Nachbarin war auch sehr lange nicht da. Ich bin die Jüngste im Weg und es mich nicht stört, also mähe ich für alle mit. Ich bin auch zwischendurch mal im verlassenen Garten neben mir gewesen und hab da gemäht, damit das der Nachfolger nicht zu schwer hat.

Ich weiß, dass meine Nachbarin in diesem Jahr lange krank war und immer noch unter den Folgen ein wenig leidet. Und wahrscheinlich hängt das auch zusammen, denn erst seit ihrer Krankheit ist sie so „blöde“. Deswegen ist sie zum Teil entschuldigt. Aber es ärgert mich trotzdem. Wie gesagt: berechtigte Kritik – kein Problem, unberechtigte Kritik – uhhhh, aufgepasst, ich schieß zurück und verteidige mich, oder Projekte, oder Personen bis zum bitteren Ende. Und nochmal: Unordentlich ist es wirklich nicht bei mir. Natürlich ist mir bewusst, dass mir die Meinung anderer egal sein sollte, und ich finde bestimmt auch nicht jeden Garten toll, aber ich würde es nicht wagen, mich bei demjenigen einzumischen. Nur weil derjenige jünger ist als ich, oder kürzer im Verein oder sonstwas. Mir persönlich ist es latte, was der andere in seinem Garten macht, oder wie es dort ausseht (natürlich gibt es auch bei mir Grenzen: ein offensichtlicher Messie oder jemand der extrem die Chemie-Keule schwingt, würde ich mir auch mal krallen).

Man kann nun allerdings wohl offiziell festhalten, dass ich wohl mit zu der „NEUEN GENERATION“ der Kleingärtner gehöre…

Übrigens Fun Fact am Rande: eine Freundin, die zuletzt im Winter da war, kommt in den Garten, schaut sich um und sagt dann: „Richtig schön ist es hier geworden“. Find ich auch!

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